Urheberrechte und Lizenzierungen

Die Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützten Materialien
Die Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials, z. B. das Kopieren und Einfügen von Artikeln und Bildern aus dem Internet, ist normalerweise gesetzwidrig – es sei denn, Sie erwerben ein Nutzungsrecht vom Urheberrechtsinhaber. Über RightsLink können Sie auf einfache Weise Nutzungsrechte für urheberrechtlich geschützte Materialien von den teilnehmenden Verlagen erwerben. Erteilen Sie einfach online Ihren Auftrag und schon erhalten Sie das Recht zur Nutzung des urheberrechtlich geschützten Inhalts.

Was ist Urheberrecht?
Das Urheberrecht schützt in erster Linie den Urheber eines Werkes der Literatur, Wissenschaft oder Kunst gegen die unbefugte wirtschaftliche Auswertung seiner schöpferischen Leistung und gegen Verletzungen seiner ideellen Interessen am Werk. Es schützt aber auch die Verwerter dieser Werke – also etwa die Verlage –, durch deren Einsatz die Entstehung und Verbreitung vieler Werke überhaupt erst möglich wird. Das Urheberrecht ist daher einerseits das Recht des Urhebers an seinem geistigen Eigentum, andererseits das Recht des vertraglich eingesetzten Verwerters, das Werk zum Geldverdienen nutzen zu können. Durch die Nutzung des Werkes deckt der Verwerter seine Investitionen und erstrebt einen Gewinn – zum eigenen Nutzen wie zum Nutzen des Urhebers, der an diesem Gewinn angemessen beteiligt wird. Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Ein Werk ist urheberrechtlich geschützt, wenn es ein Mindestmaß an kreativer Leistung – die sogenannte Schöpfungshöhe – vorweist. Zudem müssen die Werke auf einem Medium “festgehalten” worden sein (z. B. auf Papier niedergeschrieben oder in elektronischer Form gespeichert sein), wobei es gleichgültig ist, ob die Werke veröffentlicht wurden oder nicht.
Mit der Entstehung des Werkes entsteht das alleinige Recht des Urhebers, sein Werk selbst oder durch Einschaltung eines Verwerters – etwa eines Verlags – zu verwerten (§ 15 Urhebergesetz). Das wichtigste Verwertungsrecht des Urhebers ist das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes – in der Buchbranche wird es auch Verlagsrecht genannt. Von Bedeutung sind weiterhin das Ausstellungsrecht, das Recht zum Vortrag, zur Aufführung oder Vorführung des Werkes, das Senderecht sowie das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, das man auch als Recht zur Verwertung eines Werkes im Internet bezeichnen könnte. Wer ein Werk in bestimmter Weise nutzen möchte, muss hierfür ein Nutzungsrecht erwerben, das zunächst einmal nur der Urheber selbst einräumen kann. Jede Nutzung eines Werkes bedarf also entweder einer lückenlosen Rechtekette bis zum Autor oder einer gesetzlichen Ausnahmeerlaubnis.

Wann liegt eine gesetzliche Ausnahmeerlaubnis vor?
Das deutsche Urheberrechtsgesetz enthält zahlreiche Vorschriften, aufgrund derer privilegierte Nutzergruppen, zum Beispiel Universitäten oder Schulen, urheberrechtlich geschützte Werke gegen Zahlung einer Vergütung an eine Verwertungsgesellschaft erlaubnisfrei nutzen können. Diese Schranken sind in den §§ 44a bis 63a Urhebergesetz geregelt. Viele dieser Schranken beziehen sich auf ganz konkrete Situationen. Auf eine dieser Schranken, das Zitatrecht, möchten wir hier näher eingehen.

Zitatrecht
Beim Zitat im Rechtssinn geht es um die Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Werke. Um eine geistige Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen, künstlerischen oder gesellschaftspolitischen Themen nicht unnötig zu erschweren, dürfen fremde Werke oder Teile daraus unter bestimmten Voraussetzungen in ein eigenes Werk übernommen werden, ohne dass der Rechteinhaber zustimmen muss (§ 51 UrhG). Zitieren ist erlaubt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind (»The big five«):

  • Das Zitat wird in ein eigenes, selbstständiges Werk übernommen.
  • Das Zitat erfüllt einen Zitatzweck, insbesondere Beleg- oder Erläuterungsfunktion.
  • Das Zitat bewegt sich im gebotenen Rahmen.
  • Das zitierte Werk ist bereits veröffentlicht beziehungsweise erschienen.
  • Das Zitat ist mit einer Quellenangabe versehen.

Bei wissenschaftlichen Werken ist der Zitatzweck gewahrt, wenn das Zitat als Erläuterungsgrundlage für eigene Ausführungen dient. Ein Wissenschaftler etwa gibt die Thesen eines Forscherkollegen wörtlich wieder, um die eigene Auffassung zu untermauern oder um die Abhandlung des Kollegen zu zerpflücken. Soll hingegen der fremde Beitrag eigene Ausführungen ausschmücken oder sogar ersetzen, ist das nicht mehr vom Zitatrecht gedeckt. In diesem Fall haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Sie holen eine Abdruckgenehmigung ein,
  • Sie nehmen von der Publikation Abstand oder
  • Sie finden eigene Formulierungen.

Bei nicht wissenschaftlichen Werken ist der Zitatzweck etwas weiter gefasst. Neben der Erläuterungs- und Belegfunktion kann es ausreichen, dass der fremde Beitrag eigene Ausführungen veranschaulicht. Diese Unterscheidung hängt damit zusammen, dass in wissenschaftliche Literatur ganze Werke, zum Beispiel vollständige Gedichte oder Fotografien, übernommen werden dürfen, in sonstige Sprachwerke aber nur einzelne Stellen eines Werkes.

Unabhängig davon, ob es sich bei dem zitierenden Werk um ein wissenschaftliches Fachbuch, ein Sachbuch oder um einen Liebesroman handelt: Beim Zitieren kommt es stets auf die richtige Dosierung an. Wenn sich die Stilmittel eines Dichters im Rahmen einer geisteswissenschaftlichen Abhandlung anhand von zwei oder drei Versen aufzeigen lassen, dann dürfen eben auch nur zwei oder drei Verse abgedruckt werden und nicht das ganze Gedicht. Auch bei den Stellen eines Werkes gibt es entgegen anderslautender Gerüchte keine festen Obergrenzen. Autoren und Verlage kommen daher nicht umhin, die Erforderlichkeit in jedem Einzelfall zu prüfen. Das zulässige Maß kann bei einzelnen Sätzen bis zu einer halben Seite, im Einzelfall aber auch darüber liegen.
Bilder, Fotos und wissenschaftlich-technische Darstellungen lassen sich häufig nur im Ganzen wiedergeben. Daher kann in Einzelfällen als Stelle ein ganzes Werk aufgefasst werden. Bei nicht wissenschaftlichen Werken ist dann aber besonders streng auf Belegfunktion und Zitatzweck zu achten. Im Übrigen kann ein nach § 51 UrhG unzulässiges Zitat ausnahmsweise über die in Art. 5 GG geschützte Kunstfreiheit als zulässig anzusehen sein.
Jedes Zitat bedarf einer Quellenangabe. Zu einer Quellenangabe gehört mindestens die Nennung des Urhebers und des Werktitels, aus dem zitiert wird. Werden ganze Werke zitiert, muss auch der Verlag genannt werden.

Wie muss eine Nutzungsrechtsanfrage gestellt werden?
Wenn festgestellt wurde, dass für die Nutzung von Material ein Nutzungsrecht vom Urheberrechtsinhaber eingeholt werden muss, sollten folgenden Angaben in einer Anfrage gemacht werden:

  • Titel, Autor und/oder Herausgeber sowie Ausgabe, aus dem ein Text oder anderes urheberrechtlich geschütztes Material verwendet werden soll.
  • Genaue Angaben zum Material, das verwendet werden soll – Menge, Seitenzahlen, Kapitel und, sofern möglich, eine Fotokopie des Materials.
  • Höhe der Auflage, die erstellt werden soll.
  • Beabsichtigte Nutzungsart (z.B. Buch, Newsletter) und Angaben darüber, ob das Werk, in den das Material aufgenommen wird, entgeltlich oder unentgeltlich verwertet werden soll.

Die Nutzungsrechtanfrage ist an den Urheberrechtsinhaber (in der Regel den Verlag) des urheberrechtlich geschützten Materials zu richten. Der Verlag benötigt eine gewisse Zeit, um den Rechtestatus des Materials zu prüfen (z. B. ob andere Parteien Rechte besitzen und/oder ob die Nutzung in irgendeiner Form eingeschränkt werden muss). Es ist daher wichtig, dass der Antrag mit genügend Vorlaufzeit vor der geplanten Nutzung des Materials gestellt wird.

Wenn der Verlag an RightsLink teilnimmt, genügt das Ausfüllen des Online-Formulars, um eine formgerechte und bearbeitungsreife Anfrage zu stellen oder den gewünschten Inhalt automatisiert zu lizenzieren.

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